Ziel der Entwicklung
Im Stahlbau sowie im Maschinenbau fällt dem Korrosionsschutz eine wichtige Rolle zu, da unlegierter Stahl ohne Schutz an der Atmosphäre schnell korrodiert. Typische Schutzsysteme im schweren Korrosionsschutz basieren auf einer organischen Beschichtung, die die Stahloberfläche gegenüber Korrosionsstimulatoren, wie Sauerstoff, Wasser und Salzen isoliert. Die Oberflächenvorbereitung ist dabei von besonderer Bedeutung, da diese verhindern soll, dass Korrosionsstimulatoren bereits vorliegen, wenn das Beschichtungssystem appliziert wird. Dies betrifft vor allem artfremde Verunreinigungen wie z. B. salzartige Oberflächenkontaminationen, die entweder aus der Umgebung (z. B. durch maritime Atmosphäre) oder im Zuge von Transportprozessen und damit verbundenen Verunreinigungen (z. B. Streusalz) auf die Stahloberfläche gelangen können. Ziel des Vorhabens ist es, die Bestimmung des Gefährdungspotenzials von diesen Salzen auf vorbereiteten Stahloberflächen in der Praxis zu ermöglichen, um überflüssige Strahl- und Waschvorgänge zu vermeiden. Aus diesem Grund wird ein mobiles, baustellentaugliches Messverfahren benötigt, welches lösliche Salzkontaminationen qualitativ und quantitativ in Echtzeit bestimmen kann.
Vorteile und Lösungen
Die Photometrie, ionenselektive Elektroden und die Kapillarelektrophorese sind Methoden, um Ionenkonzentrationen zu bestimmen. Innerhalb des Projektes wurde ihre Anwendbarkeit im Feld in Kombination mit einer geeigneten Probenahme untersucht. Dazu wurden Salzlösungen relevanter Konzentrationsbereiche vermessen, Einflüsse durch Temperatur und Probenvolumen geprüft und die Effizienz der jeweiligen Methode bewertet. Durch die Prüfung der drei verschiedenen Analysemethoden im Hinblick auf ihre Genauigkeit und Handhabbarkeit im Feld, konnte eine vielversprechende Methode gefunden werden, die bereits jetzt eine bessere Einschätzung des Schädigungspotenzials zulässt. Dennoch bedarf es noch einige Zeit zur Optimierung.
Zielgruppe und Zielmarkt
Zukünftige Zielmärkte umfassen die Branche der Oberflächenvorbereitung sowie der Lohnbeschichter. Es könnten zusätzliche Arbeitsschritte und Kosten bei der Oberflächenvorbereitung eingespart und vorzeitige Instandsetzungsarbeiten verhindert werden. Die Entwicklung kann zur Schadensfallaufklärung beitragen sowie Schadensfälle verhindern. Der Transfer in die Unternehmen erfolgt über Veranstaltungen und Weiterbildungen des IKS bzw. durch den Vertrieb einer Anwendungsrichtlinie.