Ziel der Entwicklung

Logo: Schematische Darstellung der bildbasierten Identifikation der Einzeltiere © GFaI e.V.
Schematische Darstellung der bildbasierten Identifikation der Einzeltiere © GFaI e.V.

Die Landwirtschaft steht unter zunehmendem gesellschaftlichem Druck, das Tierwohl in der Nutztierhaltung zu verbessern, ohne dabei die wirtschaftliche Rentabilität der Betriebe zu gefährden. In KITi-Soft werden moderne KI-Methoden mit smarter Sensorik kombiniert, sodass erstmals ein System entsteht, bei dem Beanspruchungssituationen von Milchkühen frühzeitig erkannt werden. Dies gibt Landwirten die Chance, frühzeitig und gezielt einzugreifen, bevor das Tierwohl und die Produktivität leiden.

Vorteile und Lösungen

Um Beanspruchungssituationen bei Milchkühen frühzeitig und zuverlässig zu erkennen, verfolgt KITi-Soft einen dreistufigen Entwicklungsansatz. In einem ersten Schritt werden Sensordaten ausgewertet, die über eine smarte Ohrmarke erfasst werden. Zum Einsatz kam die smardtag®-Ohrmarke des Instituts für Agrar- und Stadtökologische Projekte (IASP), die einer Smartwatch für Kühe ähnelt und regelmäßig verschiedene Parameter, wie EMG, Körpertemperatur und die Herzfrequenz des Tieres erfasst. Parallel zu den Sensordaten analysiert das System im zweiten Schritt Videomaterial aus dem Stall und bewertet mithilfe von KI das Verhalten der Tiere, etwa ob eine Kuh unruhig ist oder wenig frisst. Im dritten und finalen Schritt werden beide Datenquellen kombiniert und in ein gemeinsames KI-Modell überführt, sodass Auffälligkeiten frühzeitig erkannt und Landwirte rechtzeitig gewarnt werden können.
KITi-Soft ist Teil der Kooperation KITi, an der auch das IASP mit ihrem FuE-Projekt KITi-Sens mitwirkte.

Zielgruppe und Zielmarkt

Die primäre Zielgruppe von KITi-Soft sind Landwirtschaftsbetriebe mit Milchviehhaltung. Dies betrifft sowohl mittelständische Familienbetriebe als auch große Herdenbetriebe. Da der gesellschaftliche Druck zur Verbesserung des Tierwohls ein europaweites Phänomen ist, richtet sich das System nicht nur an den deutschen Markt, sondern adressiert ebenso internationale Agrarmärkte, insbesondere Länder mit intensiver Milchwirtschaft wie die Niederlande, Dänemark oder Polen.
Landwirte profitieren unmittelbar von der Entwicklung, indem sie Krankheiten, Brunst oder Kalbungssituationen früher erkennen und gezielter eingreifen können. So werden Tierarztkosten gespart, Tierverluste reduziert und die Milchleistung gesteigert.
Der Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem IASP.