Ziel der Entwicklung

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Crossflowreaktor © VLB e.V.

Ziel des Vorhabens ist es, mit modernen Technologien (Cross-Flow Filtrations-Technologie) ein kontinuierliches und immobilisiertes Gärverfahren zu entwickeln, welches die Vorteile einer kontinuierlichen Hauptgärung beinhaltet. Hierzu ist eine Langzeitstabilität des in der Hautgärung angewendeten Reaktorsystems ein entscheidendes Kriterium. So sollte eine kontinuierlich hohe und gleichbleibende Qualität der Biere über die gesamte Laufzeit des Reaktorbetriebes gewährleistet sein. Bisherige kontinuierliche Gärverfahren konnten aufgrund einer nicht gegebenen Langzeitstabilität nicht in Brauereien Anwendung finden.

Vorteile und Lösungen

Ziel einer kontinuierlichen Hauptgärung ist es, ein Bier von konstanter Qualität zu produzieren, welche den Qualitätsanforderungen eines Bieres aus konventioneller Chargengärung entspricht. Für den Kunden bedeutet dies einen fortlaufenden Prozess ohne Unterbrechungen, der Ressourcen spart und eine gleichbleibende Qualität liefert.
Die VLB Berlin bedient sich eines breiten Spektrums an Möglichkeiten des Technologietransfers. Wirtschaftliche Erfolgsaussichten sind somit vor allem in Dienstleistungen, vornehmlich aus beraterischer Tätigkeit, aber auch in der Organisation und Durchführung internationaler Tagungen, oder der Aus- und Weiterbildung im brauereitechnologischen Umfeld begründet.
Die in diesem Vorhaben gesammelten Erkenntnisse können in großem Maße für weitere Forschungs- und Entwicklungsvorhaben Anwendung finden. Vor allem der festgestellte Zusammenhang zwischen der Zugabe des Brüdenkondensats in den Produktionsprozess und der Trübungsneigung der filtrierten Biere bietet Raum für tiefergehende Untersuchungen.
Der Prozess soll im Gärtank gestartet werden. Hier soll die in das System vorgelegte Würze bis zu einem Steady-State (angestrebter Vergärungsgrad) vergoren werden. Ist dieser Punkt erreicht, wird die Zirkulation durch das Crossflowmodul gestartet. In diesem wird nun kontinuierlich das Jungbier abgezogen und zur Lagerung weitergeleitet. Die auf der Retentatseite verbleibende Hefe wird in den Absetztank zurückgeführt, wobei vitale, in Schwebe befindliche Zellen weiter durch das System zirkulieren. Geschwächte und ausflockulierende Hefe wird sich absetzen und kann dem System entnommen werden. Die Regelung einer konstanten Zellzahl soll über die integrierte Propagationseinheit erzielt werden. Der stetige Abzug von Jungbier im Crossflowmodul soll durch die konstante Zudosierung von frischer Würze in das System erfolgen und somit den angestrebten Vergärungsgrad innerhalb der Hauptgärung konstant halten. Ist dieses Reaktorkonzept so zu realisieren, ist als weiterer Vorteil der Wegfall einer weiteren Filtration aufzuführen, wenn im Folgenden ein zweites Filtrationsmodul in der Lagerung eingesetzt würde, was welches wiederum Einsparungen im Produktionsprozess bewirken würde.

Zielgruppe und Zielmarkt

Als Zielmarkt für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit kann die nationale und internationale Brauereiindustrie gesehen werden.