Ziel der Entwicklung
IT-Netze bestehen aus einer Vielzahl von Komponenten. Prinzipiell unterscheidet man zwischen Aktiv- und Passivtechnik. Für die Verwaltung der Aktivtechnik gibt es herstellerspezifische Software Tools, mit denen die Komponenten und ihre aktuellen Zustände im Netz analysiert werden können. Oft ist auch eine Historienverwaltung integriert, sodass Netzwerkspitzen in der Auslastung, Geschwindigkeit etc. effizient ermittelt werden können. Der Nachteil dieser Systeme besteht darin, dass jeder Hersteller seine eigene Herangehensweise bzgl. Form und Inhalt der Informationsbereitstellung hat, es existiert kein Standard. Gerade in großen, inhomogenen Netzen wird dies schnell zu einem Problem, weil der Überblick verloren gehen kann. Die Systemgruppe der dynamischen Überwachungssysteme (NMS, ITAM, Sensor- und Energieüberwachungssysteme) fassen wir unter dem allgemeineren Begriff DynMGMT zusammen.
Die Kernfunktionalität von DynMGMT beinhaltet keine räumliche Darstellung der Komponenten im Netzplan und / oder Gelände (Verortung) und keine Betrachtung passiver Zwischenstationen. Also kurz gesagt, die physische Ebene des Netzwerks wird nicht unterstützt.
Hierfür existieren sogenannte Netzwerkdokumentationssysteme (NDS). Diese liefern genaueste Informationen zur physischen Netzinfrastruktur und deren Verortung im baulichen Umfeld als maßstabsgerechtes Netzmodell. Die Signale können mit hoher Genauigkeit (welcher Port, welche Ader verwendet wurde) angegeben werden. Strukturen können zusätzlich als einfache Signalwege oder als ganze Netzspinne schematisch dargestellt werden. Alternativ ist das auch in Listenform möglich. Auch für die Planung von Netzen sind derartige Systeme optimal geeignet, da sie das Netzwerk-Layout schon vor Inbetriebnahme gut abbilden können. Wir fassen derartige Systeme unter dem Begriff StatDOC zusammen.
Bei der Analyse kritischer Netzzustände, wie beispielsweise Bandbreitenproblemen, Geschwindigkeitsverlusten oder Ausfällen, stehen Netzadministratoren oft unter Zeitdruck. Dabei nutzen sie abwechselnd verschiedene Software-Tools der Kategorien DynMGMT und StatDOC. Die dabei ermittelten Zwischenergebnisse und Zusammenhänge werden per Hand notiert und so in die problemspezifischen Analyse-Workflows eingespeist. Automatismen, die problemspezifisch Daten aus verschiedenen Quellen akquirieren, fusionieren und optisch aufbereiten, würden diese Arbeit erheblich vereinfachen.
Vorteile und Lösungen
Im Projektvorhaben IT-VIAZ wurden Verfahren entwickelt, mit denen IT- und zugehörige Energienetze leicht und effizient ganzheitlich überwacht werden können. Die relevanten Daten laufen aus verschiedenen Quellen zusammen. Die Vorteile der bestehenden Produktgruppen zur dynamischen Netzüberwachung (DynMGMT) und zur statischen Infrastrukturdokumentation (StatDOC) wurden dabei gezielt genutzt, zusammengeführt und durch die neuen Entwicklungsmodule übersichtlich aufbereitet.
Die Datenbereitstellung für die Anwender erfolgt problemorientiert. Für die übergeordnete Sortierung werden Event- oder Use-Case-Klassen definiert. Dazu gehören die Datenerhebung, Erkennung von Änderungen und von Widersprüchen zwischen den Datenquellen, Trouble Shooting und Alarmierung.
Für die problemorientierte Zusammenstellung der Daten innerhalb von Use Cases wurde ein Szenarienansatz gewählt. Die Szenarien entsprechen den täglichen Analysezielen, den Managementaufgaben und den möglichen Maßnahmen zur Fehlerbehebung von Netzwerkadministratoren. Die in IT-VIAZ entwickelten Verfahren dienen dazu, zu den jeweiligen Szenarien passende Zustandsanzeigen zu generieren. Diese stellen vollständige und aktuelle Informationen übersichtlich bereit. Abweichungen vom Normalbetrieb können so schnell erkannt und Maßnahmen zu deren Behebung abgeleitet werden.
Mithilfe automatisierter und regelmäßiger Upgrade-Kreisläufe können potenzielle Schwachstellen und Fehlerquellen bereits im Vorfeld erkannt werden.
IT-VIAZ leistet somit einen Beitrag für ein effizientes Netzwerkmanagement (IKT-, Elektro-Netze), es unterstützt die Behebung von Netzwerkfehlern, dient zur Fehlerprävention und sorgt für eine höhere Netzverfügbarkeit.
Zielgruppe und Zielmarkt
Die in IT-VIAZ entwickelten Verfahren und Software-Module sind für große Rechenzentren sowie für Betreiber von Gebäudenetzwerken gedacht. Die Zielgruppe sind Netzwerkbetreiber und Netzadministratoren.