Ziel der Entwicklung
Bei der Zwischenlagerung oder dem Versand von Stahlteilen, die in VCI-Materialien verpackt sind, kommt es – gewollt oder auch nur toleriert – häufig dazu, dass die Bauteiloberflächen:
– Reste von (meist korrosionsinhibierten) Metallbearbeitungsölen (Bohr-, Schneid-, Schleif-, Stanz-, Walz- oder Ziehölen) oder Kühlschmierstoffen aus Bearbeitungsprozessen auf der Oberfläche aufweisen; diese sollen oft auch noch als nachfolgender temporärer Korrosionsschutz dienen
– salzartige Verunreinigungen aus z.B. Entfettungs- und Spülprozessen auf der Oberfläche aufweisen.
Zielstellung des vorliegenden FuE-Projekts war die quantitative Untersuchung des Zusammenhanges zwischen der Kontamination von Stahloberflächen mit diesen unterschiedlichen Stoffen und einer möglichen Einschränkung der Wirksamkeit von VCI-Korrosionsschutzmaterialien. Es sollte ein entsprechendes Verfahren entwickelt werden.
Vorteile und Lösungen
Mit Hilfe der Projektergebnisse ist es möglich, für jeden Einzelfall ein Korrosionsschutzkonzept zu entwickeln, dass folgende Punkte beinhaltet:
– Ermittlung des Korrosionsschutzvermögens der einzusetzenden VCI-Materialien (Prüfung nach genormten Verfahren, z. B. VW-Norm VW 50164 2013-06 und unbedingt zusätzlich dazu über Versandversuche) auf sauberen, öl-/fett-/rückstandsfreien Stahloberflächen
– Ermittlung der nötigen Sauberkeit der Bauteiloberflächen:
– Freiheit von salzartigen Rückständen bzw. von Kühlschmierstoff-/ölresten, die lange Zeit im Kreislauf gefahren wurden bzw. von ungleichmäßigen und unterbrochenen Ölfilmen (die Kohlenwasserstoffbelegung sollte hier < 20 - 30 mg C/m² betragen)
– Gezielt aufgebrachte Korrosionsschutzöle bzw. Nutzung verbleibender Bearbeitungsöle (Zieh-/Stanz-/Schneidöle …) als temporärer Korrosionsschutz: Die Kohlenwasserstoffbelegung sollte hier gleichmäßig > 150 mg C/m² betragen, es ist ein ausreichend dicker und überall auf dem Bauteil geschlossener Ölfilm zu realisieren; eine laufende Produktionskontrolle mittels (mobiler) Oberflächenkohlenstoffanalysatoren ist unerlässlich: Überprüfung der Wirksamkeit über Versandversuche
Zielgruppe und Zielmarkt
Die Ergebnisse des vorliegenden FuE-Projektes führen zu einer deutlichen Erhöhung der Sicherheit beim Versand von Stahlteilen in VCI-Materialien durch Anwendung eines Verfahrens zur qualitativen und quantitativen Definition und Kontrolle notwendiger Oberflächenparameter und -reinheiten:
– Generierung umfangreicher zusätzlicher Umsätze bei den Herstellern von VCI-Materialien durch Ausbau des Marktanteils der VCI-Methode
– Deutliche Reduzierung von Schadensfällen infolge verminderter oder mangelhafter Wirksamkeit der VCI auf Grund von Rückständen oder ungeeigneten Korrosionsschutzölen/-fetten/ bzw. Kühlschmierstoffen auf den Stahloberflächen, dadurch allein in Deutschland Kosteneinsparung im Bereich von mehreren Mio. € möglich
– Schaffung der Grundlagen für rechtliche Sicherheit bei entsprechenden Transportversicherungen und Schadensfällen.