Ziel der Entwicklung

Die bestehenden Erdgastrocknungsanlagen der Erdgasspeicher verfügen neben einem Adsorber auch über eine Regenerationseinheit zur Aufbereitung des Trocknungsmittels (i.d.R. Triethyenglykol TEG). Bei der Aufbereitung des TEG wird ein kohlenwasserstoffhaltiges Gas (Brüdengas) freigesetzt, welches mit Erdgas vermischt und anschließend verbrannt wird, um die hohen Prozesstemperaturen von zirka 200°C zu generieren. Das entwickelte Verfahren ist im Vergleich zum Stand der Technik absolut emissionsfrei. Die CO2-Emissionen können um bis zu 80 Prozent reduziert werden (unter Berücksichtigung von CO2-Äquivalenten aus der Stromerzeugung). Die Betriebskosten können aufgrund geringerer Prozesstemperaturen und kostengünstiger Verfahrenstechnik um bis zu 30 Prozent reduziert werden.

Vorteile und Lösungen

Durch die verwendete Membranentechnik kann die Prozesstemperatur auf maximal 120°C reduziert werden (bisher zirka 200°C). Eine Brüdengasverbrennung ist nicht nötig und der gesamte Prozess erfolgt ohne direkte CO2-Emission. Im bearbeiteten Projekt konnte sowohl die Brüdengasführung unter Einhaltung der Emissionsfreiheit sowie Reinheit des abgetrennten Wassers verbessert werden. Damit lässt sich das Verfahren entsprechend der aktuellen und zukünftigen Klimapolitik nachhaltig durchführen.
Ein großer Vorteil des Verfahrens ist zudem die einfache Übertragbarkeit auf andere Systeme. So kann ebenfalls eine Vielzahl von Flüssigkeiten getrocknet oder in flüssiger Phase vorliegende Stoffgemische aufbereitet werden. Dafür muss die entsprechend ihrer Stoffeigenschaften passende Membran ausgewählt werden.

Zielgruppe und Zielmarkt

Das erarbeitete Verfahren ist zunächst direkt an Betreiber und Transporteure von Erdgas gerichtet, um eine zukunftssichere und entsprechend der Klimaziele nachhaltige Technik für die Erdgastrocknung zur Verfügung zu stellen.
Die einfache Übertragung des Verfahrens auf andere Gastrocknungsverfahren kann als Ergänzung zu Power-to-X Technologien Anwendung finden. Im Segment der Trocknung von Flüssigkeiten ist die chemische Industrie und der Verkehrssektor in Bezug auf synthetische Kraftstoffe die Zielgruppe.